Warum persönliche Begegnungen die digitale Zusammenarbeit von Führungsteams stärken.
Stellen Sie sich vor, Sie verbringen Ihren nächsten Urlaub in der Toskana. Sie schlendern durch die Gassen von Siena, genießen ein Glas Wein mit Blick auf die sanften Hügel und lassen sich von der besonderen Atmosphäre dieser Landschaft verzaubern.
Klingt wunderbar, oder?
Jetzt stellen Sie sich vor, Sie erleben das alles an Ihrem Schreibtisch. Auf einem hochauflösenden Bildschirm. Sie sehen dieselben Landschaften, bewundern die Architektur und können sich sogar virtuell durch die Straßen bewegen.
Nur eines fehlt: das Erleben.
Sie haben die Toskana gesehen. Aber Sie waren nicht dort.
Sehen ist nicht dasselbe wie Erleben
Ähnlich verhält es sich mit der Zusammenarbeit in Führungsteams.
Digitale Meetings ermöglichen einen regelmäßigen Austausch, unabhängig davon, wo die Beteiligten arbeiten. Strategien werden diskutiert, Entscheidungen getroffen, Probleme gelöst. Das funktioniert hervorragend.
Doch wie gut kennen wir eigentlich die Menschen, mit denen wir regelmäßig am Bildschirm zusammenarbeiten?
Persönliche Begegnungen eröffnen eine zusätzliche Dimension. Wir erleben unser Gegenüber in unterschiedlichen Situationen, nehmen spontane Reaktionen wahr, entdecken Eigenheiten und Gemeinsamkeiten. Beim gemeinsamen Essen, in beiläufigen Gesprächen oder auch während einer kontroversen Diskussion.
So entsteht etwas, das über den professionellen Austausch hinausgeht: Vertrautheit.
Und diese Vertrautheit kann entscheidend sein, wenn unterschiedliche Interessen aufeinanderprallen, Konflikte entstehen oder schwierige Entscheidungen anstehen. Wer sein Gegenüber besser kennt, kann dessen Verhalten differenzierter einordnen und auch Meinungsverschiedenheiten leichter aushalten.
Wenige Treffen. Große Wirkung.
Wie wirkungsvoll sich digitale und persönliche Begegnungen ergänzen können, zeigt ein Führungsteam, das ich seit vielen Jahren begleite.
Die Mitglieder arbeiten überwiegend virtuell zusammen und treffen sich nur wenige Male im Jahr persönlich. Diese gemeinsamen Tage haben für die Beteiligten einen besonderen Stellenwert.
Sie bieten Gelegenheit, einander jenseits der üblichen Tagesordnung zu erleben, offene Gespräche zu führen und Beziehungen zu vertiefen.
Die Beteiligten sind überzeugt, dass ihre digitale Zusammenarbeit gerade deshalb so gut funktioniert, weil sie sich regelmäßig persönlich begegnen.
Die Vertrautheit, die dabei wächst, trägt auch dann, wenn anschließend wieder große räumliche Distanzen zwischen ihnen liegen.
Das Beste aus beiden Welten
Es geht also nicht darum, digitale Formate gegen persönliche Begegnungen auszuspielen. Beide haben ihre Stärken.
Virtuelle Meetings ermöglichen effiziente Abstimmungen und kontinuierliche Zusammenarbeit. Persönliche Treffen schaffen Raum für Erfahrungen, die Beziehungen vertiefen und das gegenseitige Verständnis fördern.
Wie häufig ein Führungsteam zusammenkommen sollte, hängt von seinen Aufgaben, seiner Zusammensetzung und den jeweiligen Herausforderungen ab.
Entscheidend ist, dass persönliche Begegnungen nicht als verzichtbarer Luxus betrachtet werden.
Vielleicht liegt das Geheimnis erfolgreicher virtueller Zusammenarbeit gerade darin, dass sie nicht ausschließlich virtuell stattfindet.